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Satire

Das Gift der M├Ąrchen

 

Die Oma erz├Ąhlt dem kleinen Fritzchen ein M├Ąrchen (Allerleirauh, Gebr├╝der Grimm):

 

Es war einmal ein K├Ânig, der hatte eine Frau mit goldenen Haaren, und sie war so sch├Ân, dass sich ihresgleichen nicht mehr auf Erden fand. Es geschah, dass sie krank lag, und als f├╝hlte sie bald, dass sie sterben w├╝rde, rief sie den K├Ânig und sprach: "Wenn du nach meinem Tode dich wieder verm├Ąhlen willst, so nimm keine, die nicht ebenso sch├Ân ist, als ich bin, und die nicht solche Haare hat, wie ich habe; das musst du mir versprechen!"
[…]
Nun hatte der K├Ânig eine Tochter, die war geradeso sch├Ân wie ihre verstorbene Mutter und hatte auch solche goldene Haare. Als sie herangewachsen war, sah sie der K├Ânig einmal an und sah, dass sie in allem seiner verstorbenen Gemahlin ├Ąhnlich war, und f├╝hlte pl├Âtzlich eine heftige Liebe zu ihr. Da sprach er zu seinen R├Ąten: "Ich will meine Tochter heiraten, denn sie ist das Ebenbild meiner verstorbenen Frau, und sonst kann ich doch keine Braut finden, die ihr gleicht." Als die R├Ąte das h├Ârten, erschraken sie und sprachen: "Gott hat verboten, dass der Vater seine Tochter heirate, aus der S├╝nde kann nichts Gutes entspringen, und das Reich wird mit ins Verderben gezogen." Die Tochter erschrak noch mehr, als sie den Entschluss ihres Vaters vernahm, hoffte aber, ihn von seinem Vorhaben noch abzubringen.
[…]

Der K├Ânig aber sprach: "Du bist meine liebe Braut, und wir scheiden nimmermehr von einander !" Darauf ward die Hochzeit gefeiert, und sie lebten vergn├╝gt bis zu ihrem Tod.

 

Die Oma schlie├čt das M├Ąrchenbuch. Sie ist der festen ├ťberzeugung, dem kleinen Fritzchen etwas Gutes getan zu haben.

Fritzchen hatte sehr aufmerksam zugeh├Ârt und sagt schlie├člich: Wenn ich einmal gro├č bin und nicht mehr Fritzchen, sondern Fritzl bin, dann mach ich es wie der K├Ânig.

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