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Kriegsgräber

ARD vermutet

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Am Sonntag, 8.7.2012 berichtete die ARD √ľber die Sch√§ndung deutscher Kriegsgr√§ber in Frankreich und meinte, Vieles deute darauf hin, dass es Betrunkene waren. Von den T√§tern fehlt bisher jede Spur, aber die ARD wei√ü das Ganze schon einzuordnen. Was veranlasst die ARD zu solch einer Vermutung - dass nicht wahr sein darf, was nicht wahr sein soll? Welchen √∂ffentlichen Informationsauftrag erf√ľllt die ARD, welches Selbstverst√§ndnis liegt hier zu Grunde? Schwadronieren statt informieren? Spielt die ARD heile Welt innerhalb ihres Horizontes?
Wer auch immer die T√§ter waren, eine solche Tat st√∂√üt bei der √ľberw√§ltigenden Mehrheit der Franzosen auf Abscheu, da braucht die ARD nichts vermuten und sie braucht schon gar nicht auf solche plumpe Art zu versuchen, dem deutsch-franz√∂sichen Verh√§ltnis  nachzuhelfen. Wer soll von einer solchen Medienmache √ľberzeugt werden?


R√ľckkehr zur Freiheit der Berichterstattung?

 

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Internet als Basis gesellschaftlicher Veränderung?

Ist das Internet die Basis f√ľr gesellschaftliche Ver√§nderung wie es der Buchdruck zu Beginn des 16. Jahrhunderts war? Der von Gutenberg ab ca. 1450 entwickelte Buchdruck l√§utete eine neue Epoche ein - die Neuzeit als Abl√∂sung des Mittelalters.

Auch das Internet hat Potzenzial zu nachhaltiger Veränderung.
 
Die Reformation als Motor der Veränderung lebte damals ganz wesentlich von der neuen Kommunikationsmöglichkeit durch den Buchdruck.
K√∂nnte nunmehr das Internet auch eine neue Epoche begr√ľnden?
Die Menschen wollen sagen, was sie denken und wollen hören und lesen, was der Wahrheit entspricht und nicht vorgesetzt bekommen, was gefärbte Medien zum Konsum anbieten.

 

Der Rezeptionsweg wird weit

Vor der Erfindung des Buchdrucks war der Rezeptionsweg eng. Die handschriftliche Abfassung war normalerweise gekennzeichnet von einer pers√∂nlichen Beziehung zwischen Autor und Adressat.  Die handschriftlich verfasste Idee war meist ein Unikat und fand nur einen sehr begrenzten Kreis von Aufnehmern. Mit dem Buchdruck wurde der Rezeptionsweg weit. Die schriftlich verfasste Idee wurde einer anonymen Masse zug√§nglich. Grenzen wurden durchsto√üen, das Wort wurde frei, die Schrift wurde offen. Das Gedankengut verbreitete sich rasch und weit, die Masse nahm es auf. Damit war die Kontrolle den wenigen Herrschenden entglitten. Das hatte bahnbrechende Wirkung.
Das Internet macht den Rezeptionsweg weit. Jeder kann Mengen von Nachrichten publizieren und (weitgehend) anonym konsumieren und weiterverwerten. Redaktionelle Filterfunktionen entfallen per se.
 

Buchdruck als Basis gesellschaftlicher Veränderung
Als die Bibel ab ca. 1450 durch den Buchdruck verbreitet wurde, konnten die Menschen selbst lesen, was dort drin stand und stellten so manche Diskrepanz zwischen dem Wort Gottes und der Lehre und vor allem der Verhaltensweise der Kirche fest. Das war die Basis f√ľr eine gesunde Ersch√ľtterung der damaligen Welt.

Im Zuge der Reformation sagten die Menschen: ‚ÄěSchrift, schrift wille wi h√∂ren“. Die Menschen wollten selber lesen, was in der Bibel stand und nicht mehr die Information aus zweiter Hand, vermittelt durch den Klerus.

Heute wollen die Menschen auch Information aus erster Hand und nicht aus zweiter, in Form einer sich vielleicht freiwillig gleichschaltenden Presse, welche die Information auswählt und systemkonform, meist multikulti-orientiert, anbietet.

 

Suche nach Wahrheit

Die Menschen wollen die Wahrheit. Das Internet bietet hier neue Möglichkeiten, es bietet Vielfalt. Teilweise ist dies auf Grund häufig dargebotenen Schunds nicht unproblematisch, aber andererseits kann sich der Einzelne die Information aussuchen und damit ein breites Spektrum an Informationen seiner eigenen Meinungsbildung zu Grunde legen.

Es bedeutet einen großen Fortschritt, wenn der Einzelne weltweit Information anbieten kann und auch nachfragen und konsumieren kann.

 

Meinungsmachungsmonopol gebrochen

Das Meinungsmachungsmonopol der Medien ist gebrochen. Darin steckt ein bedeutendes Veränderungspotenzial.

Gibt es eine strukturelle und systemische Krise bei den etablierten Medien? - vielleicht eine selbstverschuldete Krise, weil der Konsument lange in Unm√ľndigkeit gehalten wurde und er nun den Weg aus dieser Unm√ľndigkeit finden will und kann.

 

Konforme Bereichterstattung

Denkt man an die Initiative der nieders√§chsischen Ministerin, welche die Presse f√ľr eine migrantenkonforme Berichterstattung gewinnen wollte, so muss man gro√üe Fragezeichen an die Pressefreiheit machen.

Dabei ist das Ansinnen der Ministerin einerseits eine Unverschämtheit, andererseits aber vom offiziellen Pressekodex gar nicht so weit entfernt.

 

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Pressekodex
Im offiziellen Pressekodex ist zu lesen: “In der Berichterstattung √ľber Straftaten wird die Zugeh√∂rigkeit der Verd√§chtigen oder T√§ter zu religi√∂sen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erw√§hnt, wenn f√ľr das Verst√§ndnis des berichteten Vorgangs ein begr√ľndbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erw√§hnung Vorurteile gegen√ľber  Minderheiten sch√ľren k√∂nnte.” (Pressekodex, 12.1)

 

Elitärer Ansatz?

Die Inhalte des Pressekodex m√∂gen urspr√ľnglich vielleicht durchaus gut gemeint gewesen sein. Grunds√§tzlich aber stellt sich die Frage, ob die Haltung, wie sie im Pressekodex zum Ausdruck kommt, diskriminierend ist. Geht man von elit√§ren Vorstellungen aus, dass der Journalist und Redakteur moralisch besser ist, vern√ľnftiger und charakterlich h√∂herstehend als der Leser? Dem Leser, so ist zu vermuten, darf man wohl die Wahrheit nicht zumuten, er k√∂nnte ja Vorurteile entwickeln. Stellt diese Einstellung eine Frechheit dar gegen√ľber dem Leser? Wer seinen Leser f√ľr unw√ľrdig h√§lt, der soll doch besser seine Berichterstattung ganz einstellen. Es kann wohl nicht angehen, den Leser nicht als m√ľndigen B√ľrger zu erachten, sondern als braven Abonnenten, der die Rechnung p√ľnktlich bezahlt.

 

Manipulation?

Der im Pressekodex vorgesehene elit√§re Ansatz √∂ffnet die T√ľr zur Manipulation.

Wenn beispielsweise berichtet wird, wie ein 20j√§hriger Ali √Ėzdan (Name erfunden) im Stra√üenbau vorbildlich schuftet, w√§hrend im Falle eines Verbrechens der gleichen Person vom 20j√§hrigen Deutschen die Rede ist, so ist eine solche Berichterstattung eine Lachnummer und zudem nicht viel interessanter als Berichte √ľber den X. Parteitag der SED - man wei√ü schon was kommt.

Eine weitere Lachnummer ist die oftmals ge√§u√üerte Vermutung eines Nazi-Hintergrundes bei Verbrechen. Als es in Russland 2010 einen Anschlag auf einen Zug gab, erfanden Teile der deutschen Presse pl√∂tzlich einen v√∂llig irrealen Nazi-Zusammenhang, obwohl man von einem tschetschenischen Hintergrund ausgehen musste. So l√∂blich es ist, den Nationalsozialismus zu bek√§mpfen, so unsinnig, ja sogar kontraproduktiv ist ein solches Mutma√üen. Wer soll den Medien noch glauben?  

Bestes Beispiel f√ľr die Problematik des bisher praktizierten Medienkodex ist das Buch Sarrazins. W√§ren √§hnliche Inhalte, wie sie von Sarrazin geliefert wurden, schon zuvor in den Medien zu lesen gewesen, h√§tte das Buch nicht viel Aufsehen erregt. H√§tte nicht √ľber jeder ausl√§nderkritischen √Ąu√üerung das Damoklesschwert der Ausl√§nderfeindlichkeit gehangen, h√§tte Sarrazin weit weniger Aufmerksamkeit. W√ľrden die etablierten Medien die Dinge beim Namen nennen, m√ľssten sich nicht t√§glich Zehntausende bei PI Informationen besorgen.

 

Entfremdung

Der elit√§re Ansatz f√ľhrt zur Entfremdung der Partner, zur Entfremdung zwischen dem Presseorgan und dem Leser mit dem Ergebnis, dass der Leser nicht mehr glaubt was berichtet wird.
Jede totalit√§re Presse hat mit dem Problem zu k√§mpfen, dass die Leute nicht glauben, was geschrieben wird. Genau vor diesem Problem sieht sich zunehmend die ‚Äěfreie Presse“. In der Vergangenheit war es f√ľr den Informationskonsument relativ schwierig nach alternativen Informationsquellen Ausschau zu halten. Heute im Zuge des Internets ist dies anders.

 

Internet f√ľr den “Kleinen Mann”

Das Internet ist die Kommunikationsschiene des “Kleinen Mannes”. War zuvor sowohl das Anbieten von Information als auch das Weitergeben in der Hand Weniger, vor allem M√§chtiger und Konformer, so √§nderte sich dies mit dem Internet. Jeder kann Informationen im weltweiten Netz anbieten, welche jedermann lesen kann – wenigstens noch. Zwar ist diese relativ gro√üe Informationsfreiheit so manchem schon lange ein Dorn im Auge, aber die Eigenart des Internets scheint eine echte, nachhaltige Zensur sehr zu erschweren.

 

Verlust der klassischen Instrumente

Das klassische Instrument der Beherrschung durch Auswahl der Information ist f√ľr die etablierten Medien weitgehend weggebrochen. Jeder kann sein Wissen publizieren und jeder kann dieses konsumieren. Auch das Instrument der einseitigen Berichterstattung nahm Schaden, da der Konsument aus einer F√ľlle an Informationen sich selbst ein Bild machen kann. Vor allem aber leidet das Instrument des Totschweigens, denn fast jede Information ist heute verf√ľgbar.

 

Ideal verwirklicht?

Dar√ľber m√ľsste der aufgekl√§rte B√ľrger erfreut sein, auch die Repr√§sentanten eines demokratischen Staates mit freiheitlicher Grundordnung, denn es verwirklicht sich ja das Ideal. Ob die ‚ÄěOberen“ dar√ľber so erfreut sind, ist allerdings eher fraglich.